Was ist eigentlich los ?

Lotte hetzt durch den alltäglichen Kleinkram, versucht fieberhaft alles richtig zu machen. Horst geht in seiner Freizeit schnell auf den Berg, genießt die Aussicht, muss aber dann wieder los. Viona sucht die Tür nach draußen in der inneren Einkehr. Anton vertraut einem kleinen Bildschirm in der Hand sein ganzes Leben an.

Der Plan glücklich zu sein, liegt jeden Tag neu auf dem Tisch. Aber ständig werden wir unterbrochen, bei irgendwas – manchmal von anderen, meist von uns selbst. Sollen wir uns freuen, dass alles besser wird, oder in Schwermut versinken, weil das gar nicht stimmt? Jeder erklärt wie es geht, die Besserwisser nehmen zu, die Ratgeber und Heilsbringer lauern an jeder Ecke.

Andreas Giebel, einer der etabliertesten Kabarettisten Bayerns und der wohl größte Charakterschädel der heimischen Szene, kommt mit seinem neuen Programm „Das Rauschen in den Bäumen“ auf Tour. Der Münchner Kabarettist erzählt über den Versuch, sich das Kunstwerk „Leben“ zurecht zu schnitzen, von den falschen Versprechungen, den hohen Erwartungen und der Hoffnung auf die kleinen guten Momente.

Er erzählt uns von Menschen die scheitern, weil alles gelingt und von einem, der lächelnd auf einer Parkbank sitzt, auf das Rauschen der Bäume horcht, wissend, dass er nichts mehr versäumt.

Hier wird bereits deutlich, dass Giebel seine ganz eigene Form des Kabaretts gefunden hat, die weder ein klassisches Standup-Programm, noch eine Aneinanderreihung einzelner Nummern ist. Stattdessen präsentiert er uns eine fließende Geschichte, ein Ein-Mann-Theater, in dem er meist er selbst ist, aber auch immer wieder in verschiedenste Rollen schlüpft. Manch einer vermutet in ihm gar den „bayerischen Siegmund Freud“, so authentisch und verständnisvoll vermag er seine Figuren zu verkörpern.

Giebel schafft es wie kein Zweiter, die großen Fragen des Lebens mit den Kleinigkeiten des Alltags zu verbinden. Dabei wirkt er nie abgehoben, sondern bodenständig und wahnsinnig komisch. Er erzählt dem Publikum seine Geschichte, als spräche er zu guten Freunden, freundlich, direkt, oft auch schmunzelnd. Der gebürtige Münchner präsentiert uns sympathische Sonderlinge und merkwürdige Normalos, erzählt von seinen Begegnungen mit diesen Menschen, ohne sich selbst auszunehmen. Dabei entwickelt er trotz, oder gerade wegen der alltäglichen Umgebung, in der das spielt, eine Tiefe, die kaum einem anderen Kabarettisten gelingt.

Giebel selbst ist ein gestandenes Mannsbild, einer dem man diese philosophische Note auf den ersten Blick nicht ansieht, einer mit dem man gerne mal auf ein Bier gehen würde. So kennt man ihn aus zahlreichen Charakterrollen in Film und Fernsehen, wobei die bekannteste sein dürfte, die des Polizisten Xaver Bartl in der BR-Serie „München 7“.

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