• Web
    http://www.dieterhildebrandt.com/

  • Presseseite
    https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Hildebrandt

1988 Gipfelerlebnis! Nach dem gemeinsamen Auftritt während einer Benefizveranstaltung im Cirkus Krone mit Dieter Hildebrandt,  ermutigte und bestärkte mich der Großmeister des Kabaretts, es weiter auf der Bühne zu versuchen, z. B. in der Lach- & Schießgesellschaft. „Du bist äußerst originell!“ Gipfelerlebnis!

Doch ich war als sprachgesangsmächtiger Gebrauchslyriker so knapp bei Kasse, dass ich in meinem jugendlichen Leichtsinn das Angebot nicht ausschlagen konnte, Kulturreferent in der Stadt Garching zu werden. Ich hatte keine Ahnung von Kulturarbeit – weder hinter, noch auf der Bühne. Ich war zu jung, unerfahren, ungebildet und so wurde ich Kulturmanager.

2004 begegneten wir uns erneut. Wieder bei einer Benefizveranstaltung. Dieter Hildebrandt hatte in der Garderobe erklärt, dass er sich nun zur Ruhe gesetzt hätte, weil er langsam alt werde, kränkle und das dies sein letztes Gastspiel sei. Doch als wir ihn auf der Bühne und nach dem Auftritt erlebten, war klar, dass das noch lange nicht das Ende war…

Dieter Hildebrandt blühte förmlich auf! Das besprach ich am Tag nach der Vorstellung mit Renate, seiner Gattin und traf ins Schwarze. Dieter Hildebrandt hatte sich entschlossen, wieder auf die Bühne zu gehen. Das sei das Gesündeste für ihn.

Zu meiner Freude stellten sie mir Auftrittstermine in Aussicht, für das soeben gegründete IckingAboDorfen.

Aus diesem, ersten Gastspiel 2005 wurden zahlreiche. Dieter Hildebrandt eröffnete viele unserer AboReihen, stellte sich als Zugpferd zur Verfügung und begründete so unseren Erfolg.

Als ich ihn für Bad Tölz anfragte, hatte er Bedenken. „In der Hochburg der CSU auftreten? Die wollen mich doch gar nicht sehen!“. Zum Glück stimmte er zu und das Tölzer Kurhaus wurde zu einer Art „Heimatbühne“ für Dieter Hildebrandt. Stets ausverkauft, ob im AboTölz oder als Zusatzvorstellung.

Gemeinsam gingen wir also auf Tournee. Dieter Hildebrandt als Kabarettist und ich als Veranstalter. Er duzte mich, während ich ihn, aus Respekt, immer siezte.

Der Respekt kam nicht von ungefähr. Dieter Hildebrandt hatte sichtlich diebische Freude daran, mich Tag für Tag, Vorstellung für Vorstellung zu verblüffen. In der Garderobe, während der Pause, bekam ich den Mund nicht zu – so erstaunt war ich von dem, was er gerade auf der Bühne, zum wiederholten Male, zelebriert hatte…

Dieter Hildebrand spielte stets bis zur Pause ein neues Programm! Er holte sich vor dem Auftritt die Lokalzeitung, las und schrieb ein neues Programm – 60 Minuten, bis zur Pause, alles neu!

Das verblüffte mich immer wieder aufs Neue und „haute mich um“. Ich versuchte immer wieder mal mit Gedichten zu „kontern“. Dieter Hildebrand lächelte dann nur und sagte: „Gut, besser wär es allerdings, wenn Dir das Gedicht grad eben eingefallen wäre…“

Dieter Hildebrandt wurde mir zum Freund. Als ich 2010 zum Kulturamtsleiter von Unterföhring berufen wurde, stärkte er mir den Rücken. Bereist nach sechs Monaten trennte ich mich von Unterföhring im „beiderseitigen Einvernehmen“. Für mich waren die dortigen Verhältnisse nicht tragbar. Mein Vorgänger z. B. räumte seinen Sessel nicht, und das neue Bürgerhaus entsprach nicht der Versammlungstättenverordnung. Die herausfahrbare Sitzplatzerhöhung versperrte die Notausgänge. Trotzdem gab es eine Genehmigung… etc.  Ein gefundenes Fressen für Dieter Hildebrandt – siehe Auszug seines extra für den Auftritt in Unterföhring aktualisierten Bühnenprogramms – unten stehend.

Dieter Hildebrandt – Gipfelerlebnis… nicht nur auf oder hinter der Bühne… Besonders eine Tatsache ist mir in Erinnerung geblieben: Alle Termine vereinbarten wir am Telefon. Das Kuriose daran war, dass ich immer, wenn er mich anrief, beim Bergwandern war. Und immer, wenn sein Gastspiel ein Jahr später stattfand, dachte ich mir – „das glaubt mir keiner, das dieser Auftritt nur gespielt wird, weil Dieter Hildebrandt mich immer grade dann telefonisch erreicht, wenn ich unter dem Gipfelkreuz BrotZeit mache.“

Gipfelerlebnis Dieter Hildebrandt!

Seinen großen Wunsch, sich auf der Bühne von seinem Publikum zu verabschieden, konnte sich Hildebrandt nicht erfüllen. Der Mitbegründer der Münchner Lach- und Schießgesellschaft und Erfinder des „Scheibenwischers“ galt als „moralische Instanz“ und „Gewissen Deutschlands“. Er starb am 20. November 2013 im Alter von 86 Jahren in einem Münchner Krankenhaus an Krebs.


 

 

 

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