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    https://de.wikipedia.org/wiki/Francesca_De_Martin

„Wenn Francesca De Martin erzählt, wünscht man sich, es gäbe kein Ende“

„Ihr Körper ist Sprache, ihre Sprache körperliche Sinnlichkeit, ihre Mimik ein Vulkanausbruch“ AZ München

„Fulminantes Ein-Frau-Feuerwerk“ Münchner Merkur

Allein, im schwarzen Anzug vor einem schwarzen Vorhang, entzündet sie ihr Erzähl-Feuerwerk – bis die Bühne brennt! Perfekte Mimik, Gestik und Kunstsprache entfalten ein faszinierendes Kopfkino. Plötzlich stehen zwölf Darsteller auf der Bühne und es beginnt eine aufregende Reise in unglaubliche Geschichten. Sie sprudeln aus ihr hervor mit ungezähmter Erzähllust und einem schier unerschöpflichen Fundus bizarrer Andeutungen. Commedia dell`arte, gespielt mit vollem Körpereinsatz und getragen von der Leidenschaft eines alles umfegenden italienischen Temperaments.

Wahrscheinlich ist es das Beste für Kollegen und Publikum, daß sie alles alleine macht, jeden mitwirkenden Charakter selber mimt und gleich alle Rollen auf der Bühne übernimmt. Denn bei Francesca de Martins umwerfender Bühnenpräsenz ist für andere kein Platz. Wie Perlen reihen sich die Pointen aneinander, ergänzt von schauspielerischem Können und hinreißender Mimik!

Geboren 1961 in Vittorio Veneto, einer kleinen Stadt in Norditalien, kam sie 1981 nach Deutschland. Bis 1985 als Schauspielerin aktiv, wechselte sie das Metier und tritt seither als Solo-Komödiantin und Kabarettistin auf.

Jeder, der sie gesehen hat, bestätigt gerne: Faszinierendste, beste Erzählerin, Schauspielerin, Kabarettistin in Deutschland, Europa, ja vielleicht sogar weltweit…!“ Jeder der sie erleben durften, bestätigt das immer wieder. Und gerne!

Das sie „Die Beste“ ist – durfte in der Öffentlichkeit nie gesagt werden. Francesca hat es verboten… aus Bescheidenheit… jetzt aber, wo sie im Himmel Engel zum Lachen bringt… und sich da oben nicht wehren kann…

Francesca De Martin lebt in ihren vielen, urkomödiantischen Rollen in den Herzen aller, die sie lieben, weiter.

Es gibt wohl kaum jemanden, der so viele Talente in sich vereinigt hat wie Francesca. So nahm das Energiebündel beispielsweise als scharfzüngige Signora Grandi im Funkhaus Europa das deutsch-italienische Verhältnis aufs Korn. Das Straßentheater führte die Italienerin schon mit 19 Jahren nach Deutschland. Sie war Mitbegründerin des Zelttheaters „Fliegende Bauten“ in Hamburg. In den letzten Jahren war sie mit den „Missfits“-Ladies Jutta und Gerburg Jahnke und mit Andrea Bongers mit der Midlife-Satire „Lappen weg“ auf Tour.

Doch damit nicht genug: Sie machte die Stücke von Dario Fo bekannt.

Für ihre Arbeit wurde Francesca De Martin mit zahlreichen Kleinkunstpreisen gewürdigt, für „Ibericus“, das Stück, das sie für ihren Mann Alvaro Solar schrieb, und das 2003 in der Bremer Shakespeare Company Premiere hatte, bekam sie in München den AZ-Stern der Woche, den ersten Publikumspreis des Theaterfestivals in Dresden und den ersten Jurypreis in der lettischen Hauptstadt Riga. Vor knapp fünf Jahren konnte sie mit „Aufmarsch der Itaker“, einem von ihr akribisch recherchierten Doku-Theater zu einem halben Jahrhundert italienischer Migration in Deutschland, einen großen Erfolg verbuchen.

Sie gastierte bei den Deutsch-Italienischen Gesellschaften im norddeutschen Raum, auch in Wolfsburg, „der größten italienischen Siedlung nördlich des Brenners“. „Die Menschen können ohne gutes Theater nicht leben“, hatten Francesca De Martin 1999 und Alvaro Solar in einem Zeitungsinterview gesagt. Das Theater muss jetzt ohne eine große Komödiantin leben. Sie starb im Alter von nur 48 Jahren.

 


 

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